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Der Weltweite Drohnenmarkt

Aktualisiert: Apr 15

Künstliche Intelligenz, Big Data, Sensorik, Automatisierung und Robotik sind die Trends der Industrie 4.0. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Drohnenmarkt trotz einer einsetzenden Sättigung der Consumer-Nische, stetig zunimmt. Besonders die kommerzielle Nutzung von Multikoptersystemen gewinnt weiter an Bedeutung, auch wenn gegenwärtig noch mehr Drohnen für den privaten Gebrauch vertrieben werden. So betrug, nach Angaben der online Datenplattform Statista, der Bestand privat genutzter Drohnensysteme in Deutschland für das Jahr 2020 385 Tausend, während sich der Bestand kommerziell genutzter Drohnensysteme auf 45 Tausend belief.


Weltweit soll die Anzahl kommerziell genutzter Drohnen von derzeit rund 1 Millionen Systeme bis zum Jahr 2025 auf knapp 2,69 Milliarden Systeme ansteigen.


Dies untermauert auch eine aktuelle Analyse des Verbands Unbemannter Luftfahrt (VUL), gemäß der sich die Zahl der kommerziell genutzten Drohnen in Deutschland seit 2019 bis heute um rund 138% mehr als verdoppelt hat. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Privatdrohnen um 14,5% gesunken. Beim Vergleich der beiden Studien lässt sich ein klarer Trend in der Nutzung von kommerziellen Drohnen abzeichnen.




Laut der Statista-Studie (siehe Grafik 1) liegt Asien dank China, Japan und Indien bei einem Blick auf den globalen Drohnenmarkt, mit einem Marktvolumen von 8,62 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2020, weltweit eindeutig auf Platz 1, gefolgt von Nordamerika mit einem Marktvolumen von rund 6,89 Milliarden US-Dollar. Europa befindet sich momentan mit 5,19 Milliarden US-Dollar auf Platz 3 und somit in der globalen Mitte des weltweiten Drohnenmarktes. Bis 2025 wird sich Asiens Marktvolumen für den Drohnensektor mehr als verdoppeln. Europas Drohnensektor wird sich im gleichen Zeitraum ebenfalls fast verdoppeln. Der nordamerikanische Markt wird um fast dreiviertel zulegen. Der Drohnenmarkt hat somit weltweit ein großes Wachstumspotenzial.


Vergleicht man weltweit die Umsatzzahlen des Gesamtmarktes mit den Absatzzahlen des kommerziellen Drohnenmarktes bis 2025 so zeigt sich deutlich, dass sich das Gewicht auf dem Drohnenmarkt und damit die Relevanz von den privat genutzten Drohnen hin zu kommerziell eingesetzten Flugrobotern entwickelt. Dieser Eindruck bestärkt sich noch einmal, wenn man in Relation setzt, dass Consumer-Drohnen oftmals deutlich preisgünstiger sind als professionelle Systeme.


Nach dem globalen Ländervergleich des VULs, auf Basis von Daten aus 63 Ländern für den kommerziellen Drohnenmarkt, liegen die USA und China 2020 ebenfalls an der internationalen Spitze, bzw. auf Platz 1 und 2. Deutschland erreicht auf Basis der absoluten Marktgröße für kommerzielle Drohnen im Jahr 2020 den vierten Platz. Damit nimmt man im europäischen Vergleich sogar die Spitzenposition vor Frankreich ein, welches sich im Jahr 2019 vor Japan und Deutschland auf dem Weltmarkt noch auf Platz 3 behauptete. Beim Blick auf die Marktgröße pro Arbeitnehmer relativiert sich allerdings das Bild von Deutschland als Marktführer für Flugroboter wieder. Betrachtet man die Marktzahlen pro Kopf, so liegt Deutschland abgeschlagen auf Platz 17 im internationalen Vergleich, noch weit hinter Technologie-Schwergewichten wie beispielsweise Irland, Neuseeland oder Belgien. In dieser Rangfolge führen Norwegen, die Schweiz und Dänemark den kommerziellen Drohnenmarkt an, gefolgt von Australien und den USA. Auch China befindet sich im Ranking der Größe des Drohnenmarktes pro Kopf nicht unter den Top 10. Das sollte aus Sicht Deutschlands aber keinesfalls für Beruhigung sorgen, denn in China steht einer verhältnismäßig kleinen wissenschaftlichen, technischen, industriellen und politischen Elite, eine große „breite Masse“ bzw. Arbeiterklasse gegenüber, was die Zahlen pro Arbeitnehmer in China mit dem Rest der Welt nur schwer vergleichbar macht.



Die neue EU-Drohnenverordnung: Eine Chance?


Besonders in China ist der Erfolg von Drohnentechnologien auf viel liberalere gesetzliche Vorgaben zurückzuführen. Auch die „Pro-Kopf-Spitzenreiter“ Norwegen, Schweiz und Dänemark gingen mit dem Einsatz der Technologie zuletzt sehr offen um. In Deutschland und anderen europäischen Staaten mussten, auch um vergleichbare Aufstiegsgenehmigungen zu erhalten, immer wieder aufs Neue zunächst bürokratische gesetzliche Hürden überwunden werden. Klarere Regelungen könnten den deutschen und europäischen Drohnenmarkt daher ankurbeln und zu mehr Wachstum verhelfen. Die neue EU-Drohnenverordnung (EU-Regulation 2019/947 und 2019/945) ist seit Januar 2021 in Kraft und setzt einheitliche und vergleichbare Rahmenbedingungen für den Betrieb von Drohnen in Europa sowie Norwegen, Lichtenstein, Island und der Schweiz fest. Dadurch wird die Skalierbarkeit des europäischen Drohnenmarktes, besonders durch die europaweit ortsunabhängigen Regulierungen und Vorschriften für den Drohnenbetrieb, ermöglicht. Auch Vorbehalte gegen Drohnen können durch klare gesetzliche Vorgaben und striktere technische Sicherheitsvorkehrungen mehr und mehr beseitigt werden.



Die Sicherheitsanforderungen steigen


Gerade im Bereich Level 5 Autonomie sind Drohnen Autos schon um Jahre voraus. Während Automobil-Konzerne autonom fahrende Autos noch erproben und entwickeln, ist das autonome Fliegen bereits kein Zukunftstraum mehr. Smarte Sicherheitssysteme wie FailSafe-Funktionen, die beispielsweise bei einem zu niedrigen Akkuzustand den autonomen Rückflug zum Startpunkt ermöglichen, oder Kollisionsvermeidung, werden in der Drohnentechnologie schon seit mehreren Jahren standardmäßig eingesetzt. Darüber hinaus tragen Redundanzen, beispielsweise in der Flugsteuerung, bei den Akkus und dem Navigationssystem zu einer zusätzlichen Sicherheit bei.

Die Lieferdrohne von Emqopter als Teil der Lösung


Insbesondere junge und innovative Unternehmen tun sich hier mit ihren Entwicklungen hervor – und davon gibt es auch in Deutschland zu Hauf. Ein Paradebeispiel dafür ist die Firma Emqopter. Diese bietet bereits seit ihrer Gründung 2016 mit dem CAA einen Kollisionsvermeidungsassistenten an, der es ermöglicht in Echtzeit an Bord einer Drohne – und damit vollautonom – Hindernisse zu erkennen und Kollisionen zu vermeiden. Außerdem steckt das Unternehmen auch hinter der ersten vollautonomen Lieferdrohne, die in Deutschland regelmäßig im nicht-geregelten Luftraum eingesetzt wird, um Gegenstände von A nach B zu transportieren. Die Lieferdrohne von Emqopter verfügt über ein patentiertes Landeplatzdetektionssystem und ist das weltweit einzige vollredundante Flugsystem. Das heißt, dass der Ausfall jeder Komponente an Bord durch einen „Back-Up“ kompensiert werden kann. Dadurch ist das System eine der sichersten und zuverlässigsten Drohnen der Welt.




Die Zukunft beginnt jetzt!


Mit steigender Betriebssicherheit wächst auch das Spektrum von kommerziellen Anwendungsfeldern für Drohnen. Schon heute werden Drohnen beispielsweise in der Agrarwirtschaft zur Bewässerung oder Düngung von Pflanzen genutzt. Auch beim Erfassen von Tier- und Baumbeständen oder zur Inspektion von Windkraftwerken kommen Drohnen zum Einsatz. Ein weiteres interessantes Anwendungsfeld ist die Logistik, hier werden Drohnen u.a. bereits zur Inventurerfassung verwendet. Eine ausbaufähige und zukunftsweisende Anwendung von Logistikdrohnen ist die sogenannte "Letzte Meile", der Transportweg der fertigen Ware in den Handel oder zum Kunden. Wer in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt schon einmal mit dem Auto unterwegs war, wird es sicherlich kennen: Lange Wartezeiten im Stadtverkehr, schlechte Luft und viel Lärm. Durch den Einsatz von Drohnen können beispielsweise bereits in naher Zukunft dringend benötigte Medizingüter standardmäßig sicher und kontaktlos transportiert werden, dreimal so schnell, mit weniger Lärm und mit mehr Bewusstsein für die Umwelt.



Mit Blick auf die Zukunft und der aktuellen Drohnenmarktentwicklung, wird der kommerzielle Einsatz von Drohnen immer wichtiger. Durch die neue EU-Drohnenverordnung wird die Skalierbarkeit und somit die kommerziellen Anwendungsgebiete von Drohnen erweitert. Auch wenn es heute an manchen Stellen noch Vorbehalte gegen Drohnen gibt, sind die meisten davon unbegründet. Dazu passt eine kleine Anekdote aus der Vergangenheit gut: Vor knapp 200 Jahren vertrat das Bayerische Obermedizinkollegium in einem Gutachten die Auffassung, dass Zugfahren bei einem Menschen unfehlbar zu Gehirnkrankheiten führen müsse – bei einer damaligen Fahrgeschwindigkeit von ca. 30 km/h. Heute gehören Zugfahrten und Güterzüge zum Alltag. Alleine in Deutschland reisen täglich Millionen von Menschen mit dem Zug und das mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h. Angesichts des heute rasant anwachsenden technologischen Fortschritts, könnten Drohnen bereits in einigen Jahren längst zum alltäglichen Stadtbild gehören.


Verkehrs-, Wetter- und Wartungsdrohnen sind schon lange keine Science-Fiction mehr. Sie werden dort eingesetzt, wo der Mensch nur schwer hingelangt oder es zu gefährlich für ihn ist. So erleichtern Drohnen schon heute die Arbeitswelt des Menschen und möglicherweise in naher Zukunft auch noch stärker den Alltag.


Quellenangaben:

https://de.statista.com

https://www.verband-unbemannte-luftfahrt.de

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