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Drohneneinsatz im Medizinsektor

Aktualisiert: März 4

Wenige Flugminuten statt einer halben Stunde Stau: Durch den Einsatz von Drohnen werden Transportzeiten erheblich verkürzt. Das kann insbesondere im medizinischen Sektor den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.


Besonders beim Transport von Transplantaten, Blut- oder Gewebeproben spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Jede eingesparte Minute erhöht hier direkt den Therapieerfolg des Patienten – und kann in manchen Fällen sogar Leben retten. Im Straßenverkehr kommt es auch bei Blaulichttransporten durch Staus, überlastete Infrastruktur und indirekte Straßenführung immer wieder zu Verzögerungen. Drohnen sind jedoch von solchen Problem nicht betroffen.


Teststrecken in Deutschland

Im Allgemeinen werden mit Hilfe von Drohnen Medikamente, Ausrüstungen, Blutproben, Diagnosegeräte und Organe transportiert. Aktuell passiert das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Afrika, Europa, Indien und den USA. Verschiedene Teststrecken zwischen einzelnen Klinikstandorten und Zentrallaboren für zeitkritische Laborproben werden derzeit getestet. Eine davon ist die knapp 8 km lange Luftlinienstrecke vom Charité Campus Benjamin Franklin und dem Corona-Behandlungszentrum der Vivantes in Berlin. Bereits seit einiger Zeit planen die Organisatoren den Austausch von Laborproben per Drohne, und das mit Erfolg: Am 17. November 2020 begannen die ersten offiziellen Tests der autonomen Fluggeräte. „Labor Berlin setzt mit diesem Projekt einen Meilenstein in der Effizienz seiner lebensrettenden Diagnostikleistungen. Verkehrsbehinderungen und Staus in der Großstadt sollen künftig kein Problem mehr sein“, erklärt Fabian Raddatz, Geschäftsführer Labor Berlin. Allerdings geht nicht nur die Hauptstadt mit gutem Beispiel voran. Andere Städte wie Hamburg oder Karlsruhe wollen ihre bislang bodenorientierten Logistiklösungen optimieren. Beispielsweise beträgt die Fahrtzeit zwischen der Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal und dem Labor der Regional Kliniken in Ludwigsburg zwei bis drei Stunden pro Fahrtstrecke. Eine Drohne hingegen legt dieselbe Strecke in etwa 30-40 Minuten zurück. Schnellere Labortransporte führen zu einem schnelleren medizinischen Prozess. Im Allgemeinen ist es sehr wichtig, dass Laborproben binnen 4 bis 24 Stunden untersucht werden. Damit wird die Verwertbarkeit der Probe erhöht und die Diagnose für den Patienten genauer.



Leben retten in Afrika und Indien

Bereits seit 2016 werden die Medikamentenversorgung und der Blutkonserventransport in Ghana und Ruanda mittels Drohne vorgenommen. „Die Projekte haben Tausende Leben gerettet“, berichtet Timothy Reuter, Leiter der Aerospace and Drones beim Weltwirtschafsforum. Zu diesen zählen vor allem Mütter, die kurz nach der Geburt schwere Nachblutungen erlitten haben. Bluttransfusionen sind hierfür notwendig. Darüber hinaus werden Transfusionen, die nach Malaria-Infektionen lebenswichtig sein können, kilometerweit transportiert. Zudem startet im vergangenen Jahr in Indien das Projekt „Medicine from the Sky“. Dabei ist das Ziel Menschen im indischen Bundesstaat Telangana in Not zu helfen und Leben zu retten.



Versand von Blutkonserven in Ruanda (Quelle: Handelsblatt)

Emqopter als Vorreiter

Einer der Innovationsträger, die Drohnen „Made in Germany“ entwickeln und herstellen, ist Emqopter. Das junge Technologieunternehmen beschäftigt sich bereits seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema automatisierte Flugroboter. Für den Transport von dringlichen Gütern hat Emqopter die erste vollautonome Lieferdrohne Deutschlands entwickelt. Dabei setzt Emqopter auf ein vollredundantes System mit einem patentierten Landeplatzdetektionssystem. Vollredundant bedeutet dabei, dass jedes System an Bord ausfallen kann und ein anderes unabhängiges System sorgt trotzdem dafür, dass die Drohne sicher weiter fliegt. Das Landeplatzdetektionssystem ermöglicht dabei zusätzlich eine kollisionsfreie autonome Landung am dafür vorgesehenen Landeplatz. So werden die höchsten Sicherheitsanforderungen im Luftraum erfüllt.



Es zeichnet sich also ab, dass Drohnen zukünftig in unserer Gesellschaft eine tragende Rolle spielen werden. Die vielfältigen Einsatzpotenziale retten nicht nur Leben in Afrika und Indien, sondern direkt hier vor unserer eignen Haustür.






Quellen

• https://www.dw.com/de/ghana-drohnen-bringen-medikamente/a-48465708

• https://www.laborberlin.com/ueber-uns/drohnen/

• https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/ehealth/artikel/ungewohnte-flugobjekte-transport-per-drohne-wird-in-der-medizin-vorsichtig-erprobt/

• https://www.kma-online.de/aktuelles/medizin/detail/transport-von-laborproben-durch-drohnen-a-44359

• https://www.mvz-labor-lb.de/diagnostik/pr%C3%A4analytik/labormedizin.html

• https://www.intel.de/content/www/de/de/it-managers/healthcare-organ-drone-delivery.html

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